
Kamille
Matricaria recutita
Geborgenheit, Geduld, Sanftmut, Mütterlichkeit
Botanik
Die Kamillenblüten spiegeln das gleissende Licht des Hochsommers — der Blütenkranz blendend weiss, die aufgewölbte Scheibe hellgelb glänzend. Die sehr feinen, zweifach fiederschnittigen Blätter wirken wie Antennen. Das Erkennungszeichen der echten Kamille ist der hohle Blütenboden: Im Längsschnitt gibt er einen luftgefüllten Hohlraum frei. Wie ein Luftkissen dämpft die Blüte jegliche Heftigkeit ab. Das ätherische Öl ist tiefblau — eine Ausnahme, die erst durch Wasserdampfdestillation entsteht.
Wirkprinzip
Die Dämpfung von Schmerzempfindungen
Kamille vermittelt ein Gefühl mütterlicher Geborgenheit, indem sie eine übersteigerte Sinnesempfindlichkeit dämpft und Krampfzustände durch milde Wärme löst. Bei gesteigerter Empfindlichkeit erscheint alles in einem grellen, übertriebenen Bild — man fühlt sich angreifbar, ist reizbar und reagiert bei geringstem Anlass ärgerlich. Kamille vermittelt dann eine ruhevolle Sanftheit.
Botanische Daten
Signatur & Wirkung
Von der Gestalt zur Heilkraft
Der luftgepolsterte, hohle Blütenboden als Signatur für das Prinzip der Dämpfung: Das Blendende wird gemildert durch das sanft Dämpfende. Die Verbindung von Wasser und Wärme wandelt das farblose Öl zum Blauöl — Blau als Farbe des Ozeans, der Urmutter (mare, mater, materia, Matricaria). Licht, Weichheit und Wärme vereint.
Psychologische Signatur
Die Dämpfung von Schmerzempfindungen
Aus: «Psyche des Menschen und Signatur der Heilpflanzen» — R. & H. Kalbermatten
Das Mörserverfahren
Schonend, kalt, vollständig.
Ceres stellt Urtinkturen nach einem einzigartigen Verfahren her: Frische Pflanzen werden in einem speziellen Mörser von Hand verarbeitet — ohne Hitze, ohne maschinelle Zerkleinerung. So bleiben die empfindlichen Wirkstoffe in ihrer natürlichen Komplexität erhalten. Die Mazeration erfolgt in biologischem Alkohol über mehrere Wochen. Das Ergebnis ist eine Urtinktur, die das vollständige Wirkstoffspektrum der Pflanze bewahrt.




