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Baldrian (Valeriana officinalis)
Sommer

Baldrian

Valeriana officinalis

Erdung, Ableitung, Mutter Erde

Botanik

Die oberirdischen Teile des Baldrians streben der Erde zu entfliehen: Die Trugdolde entwickelt einen betörenden, spannungsgeladenen Duft, die Blütenfarbe wirkt durchsichtig und phosphoreszierend. Die gefiederten Blätter mit ihren tief schräg eingesägten Teilblättern vermitteln ein zerrissenes, hochfrequentes Schwingungsmuster. Beim Pflücken knickt der Stengel ab — die Pflanze verliert abgeschnitten ihre Stabilität. Die Wurzel hingegen ist das Gegenteil: Ein daumendickes Rhizom mit unzähligen langen, parallelen Wurzeln — fest im Boden verankert, geerdet. Zwei Pole in einer Pflanze.

Wirkprinzip

Baldrian hat eine vermittelnde und erdende Wesenskraft. Er leitet einen Überschuss an Nerven-Sinnes-Energie ab und neutralisiert eine Überspannung an 'Nervenelektrizität'. Hilfreich für Menschen, die den Boden unter den Füssen zu verlieren drohen, eine übersteigerte Gedankenaktivität zeigen oder überempfindliche Sinne haben. Baldrian besitzt eine ausgeprägte Polarität und kann sowohl bei kopflastigem als auch bei gefühlsdominiertem Ungleichgewicht eingesetzt werden.

Botanische Daten

FamilieCaprifoliaceae (Geissblattgewächse)
OrdnungDipsacales
Wuchshöhe50–150 cm
BlütezeitMai–August
StandortFeuchte Wiesen, Gräben, Ufer, lichte Wälder; nährstoffreiche, feuchte Böden
VerbreitungEuropa, Westasien; in der Schweiz häufig bis 2000 m
Ceres-BeschaffungWildsammlung CH
PflanzenteilWurzelstock (getrocknet)
VolksnamenBaldrian, Echter Baldrian, Katzenkraut, Stinkwurz, Valerian

Signatur & Wirkung

Von der Gestalt zur Heilkraft

Die ausgeprägte Polarität zwischen oberirdisch (flüchtig, spannungsgeladen, phosphoreszierend) und unterirdisch (geerdet, parallel, ruhig) erklärt die vermittelnde und erdende Wesenskraft des Baldrians. Die Urtinktur wird aus den getrockneten Wurzeln hergestellt — der erdende Pol dominiert.

Herkunft & Ernte

Baldrian ist in Europa und Teilen Asiens heimisch. In der Schweiz wächst er an feuchten Standorten, Bachrändern und in Auwäldern vom Flachland bis in subalpine Lagen.

Erntezeit

September–Oktober

Das Mörserverfahren

Schonend, kalt, vollständig.

Ceres stellt Urtinkturen nach einem einzigartigen Verfahren her: Frische Pflanzen werden in einem speziellen Mörser von Hand verarbeitet — ohne Hitze, ohne maschinelle Zerkleinerung. So bleiben die empfindlichen Wirkstoffe in ihrer natürlichen Komplexität erhalten. Die Mazeration erfolgt in biologischem Alkohol über mehrere Wochen. Das Ergebnis ist eine Urtinktur, die das vollständige Wirkstoffspektrum der Pflanze bewahrt.

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